Moderation#
Wo Menschen zusammen kommen, kommt es auch hin und wieder zu Meinungsverschiedenheiten oder anderen Problemen. Als Moderator*in ist es Deine Aufgabe, auf Meldungen zu reagieren. Außerdem hast Du einen gewissen Überblick über deine eigene Gemeinschaft und wie sie "tickt". Moderation erfordert Menschenkenntnis, Kommunikationsfähigkeit und ein Gespür dafür, wie man Menschen beruhigt. Moderation ist wahrscheinlich die anspruchsvollste Aufgabe innerhalb einer Gemeinschaft.
Eine weitere Aufgabe, die Du sinnvoll übernehmen kannst, ist allgemeines Community-Management. Hierbei geht es dann um weiterentwicklung der Gemeinschaft und auch Hilfestellung an einzelne Mitglieder. Im Fediverse sind die ersten Schritte für viele neue Teilnehmenden schwierig. Du kannst zum Beispiel Empfehlungen geben, oder für etwas Leben auf deiner Instanz sorgen.
Team#
Mehr Teilnehmende auf deiner Instanz bedeuten praktisch auch automatisch mehr Moderationsaufwand. Wenn Du Moderator*in einer größeren Instanz bist achte unbedingt darauf, dass das Moderations-Team groß genug ist. Selbst auf sehr kleinen Instanzen lohnt es sich, mehrere Moderierende zu haben, denn niemand kann sich alleine ständig um eine Gemeinschaft kümmern. Wenn Du eine Gemeinschaft alleine moderierst, suche unbedingt den Kontakt mit Moderierenden auf anderen Servern, denn bei kniffligen Entscheidungen hilft oftmals ein Gespräch unter Moderierenden. Unter den Weiterführenden Links habe ich ein paar Hinweise für Moderationstreffs gesammelt .
Außerdem sollte sich das Team weitgehend einig sein, welche Aufgabe es hat und in welcher Art moderiert werden sollte. Der Zweck eurer Gemeinschaft hat einen immensen Einfluss auf den Moderationsstil. Eine Gemeinschaft für Kinder ist anders zu moderieren als ein Bondage-Club.
Konkrete Regeln#
Dein Server hat Server-Regeln, auf diese Regeln kannst Du Einfluss nehmen. Wenn sich wiederholt bestimmte Fälle ereignen, kann es nötig sein, weitere Regeln aufzustellen. Regel funktionieren am besten, wenn sie konkret sind. Natürlich ist uns der Kategorische Imperativ geläufig, er taugt aber schlicht nicht als Regel, weil er viel Interpretationsspielraum lässt — insbesondere für Teilnehmende, die einfach nur trollen wollen. Auch das in Hackerkreisen geläufige "Be Excellent To Each Other" funktioniert eher als Grundkonsens als als Regel. Wenn ich laute Musik toll finde, können sich die Nachbarn ja nicht beschweren, wenn ich nachts laute Musik an mache. Oder so ähnlich.
Als Moderierende seid ihr immer wieder mit dem Graubereich konfrontiert. Auch zwischen gut formulierten, konkreten Regeln gibt es Ritzen und Fugen die absichtlich oder versehentlich ausgetestet werden. Hier ist Deine Empathie gefragt, was das Beste für die Gemeinschaft ist.
Fallbeispiele#
Ich habe eine Handvoll Fallbeispiele und Moderations-Herausforderungen mit Handlungsempfehlungen in diesem Kapitel gesammelt. Rund um (Online-)Communitites gibt es außerdem eine Reihe von Fachausdrücken, die hilfreich sein können. Letztendlich liegt es aber an Dir und deinen Mit-Moderator*innen, den für euren Server passenden Moderationsstil zu finden. Es hilft aber sicherlich, sich mit den Themen schon im Vorfeld vertraut zu machen, um bestimmte wiederkehrende Muster zu erkennen.